Offenheit wird groß geschrieben

Die Gemeinde Lehrte feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen, und seit 40 Jahren steht ihr das Gebäude in der Everner Straße 7 als Versammlungsstätte zur Verfügung. Der Zugang zur Kirche wurde offener gestaltet – ohne Zaun und mit neuer Eingangstür.

Das Grundstück war an der Straßenfront bisher mit einem Zaun, bestehend aus Klinkersockel und Metallgitter eingefriedet. Der Klinkersockel hat im Laufe der Jahre arg unter den Witterungseinflüssen gelitten. Fugen waren heraus geplatzt, Teile der Klinker herausgebrochen, die Abdeckplatten aus Waschbeton waren lose und rissig. Obwohl der Zaun in den vergangenen Jahren des Öfteren instandgesetzt worden war, erschien nun eine weitere Reparatur nicht mehr ratsam.

Nach einem Gottesdienst im November letzten Jahres wurde durch unseren Bischof Dirk Hiddessen die Haltung der Kirchenleitung zu Offenheit und Barrierefreiheit erläutert: Zugänge zu unseren Kirchen sollen barrierefrei sein, damit interessierte Mitmenschen nicht durch Zäune am Zutritt gehindert werden. Deshalb wurde entschieden, den Zaun durch einen Sockel zu ersetzen und auch die alte Kirchentür auszutauschen. Die neue Kirchentür sollte mit Glaselementen so gestaltet sein, dass Einblicke ins Innere des Gebäudes möglich sind.

Beim ersten Neujahrsempfang der Gemeinde Ende Januar 2013 beglückwünschte unser Apostel Burchard in Anwesenheit der Vertreter aus Politik und Wirtschaft die Gemeinde zur Baustelle. Es würden Mauern beseitigt. Mauern zwischen politischer Gemeinde und Kirchengemeinde, Mauern zwischen Kirche und Gesellschaft, Mauern zwischen Kirchen und Kirchen fänden sein Missfallen und gehörten abgerissen, waren unter anderem seine Worte.

In Eigenleistung einiger kräftiger Brüder konnte der Zaun noch im Dezember 2012 bis auf das Fundament abgetragen und entsorgt werden. Wegen der lang anhaltenden Frostperiode im vergangenen Winter wurde erst Anfang April 2013 mit dem Setzen der neuen Granitbossen begonnen. Da ein Stein etwa 210 kg wiegt, waren bei Fertigstellung Mitte Mai 2013 ca. 4.000 kg Steine durch unsere Brüder verbaut worden.

In der Woche nach Pfingsten 2013 wurde dann die neue Kirchentür geliefert und durch die Handwerker eingebaut. Diese Tür ist schlicht gehalten und entspricht dem Charakter des Gebäudes. Sie lässt Einblicke ins Foyer der Kirche zu. Da der Windfang im Inneren nicht mehr benötigt wird, konnten die Zwischentüren entfernt werden. Das Foyer bietet nun mehr Raum, welcher gern genutzt wird, zumal beim Kaffeetrinken nach den Gottesdiensten das Platzangebot doch recht beengt war.

J.W.